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„What, art thou mad? art thou mad? is not the truth the truth?“ – Das GRK 2945 bei der Frühjahrstagung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft

Anthea Ziermann, Carina Reidick, Timm Schmitz, Marie Kemper, Laura Frölich, Patrik Hover, Philip Flacke und Roland Weidle (v.l.) vor dem Schauspielhaus Bochum

Bericht: Patrik Hover

Vom 24. bis 26. April 2026 tagte die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft (DSG) im Bochumer Schauspielhaus – zum Thema „Shakespeare & Wahrheit“. Renommierte Vortragende wie Julian Nida-Rümelin (LMU München), Kevin Curran (Universität Lausanne), Alison Findlay (Lancaster University), Subha Mukherji (University of Cambridge) und Anne-Julia Zwierlein (Universität Regensburg) prägten das intellektuelle Niveau der Veranstaltung. Nida-Rümelins Eröffnungsvortrag „Wahrheit – philosophische Klärung eines strapazierten Begriffs“ steckte den Rahmen ab, innerhalb dessen die folgenden literatur-, kultur- und theaterwissenschaftlichen Perspektiven auf Wahrheit im Spiegel des Shakespeare’schen Theaters verhandelt wurden.

Den Abschluss bildete am Sonntag eine Podiumsdiskussion des GRK 2945 Wissen – Glauben – Behaupten. In entspannter Runde entfaltete sich ein Austausch, der die fruchtbare Zusammenarbeit unterschiedlicher fachlicher Perspektiven auf die Vormoderne eindrucksvoll vor Augen führte: Mit Bezug auf Falstaffs berühmtes Zitat „Is not the truth the truth?“ (Henry IV.) stellten Philip Flacke (Germanistik), Laura Frölich (Komparatistik), Timm Schmitz (Kunstgeschichte) und Anthea Ziermann (Anglistik) ihre Promotionsprojekte vor.

Moderiert von Patrik Hover (Germanistik) und Roland Weidle (Anglistik / Vorstand DSG), gliederte sich die Diskussion in die Themenkomplexe ‚Semantiken der Wahrheit‘ und ‚Praktiken der Wahrheit‘. Aus Philip Flackes Forschung zu Hans Sachs’Reflexionsfiguren ergab sich die These: „Wenn jemand ‚Wahrheit‘ sagt, ist häufig etwas im Busch.“ Die ‚Wahrheitsutensilien‘ in den geistlichen Spielen des Spätmittelalters, mit denen sich Laura Frölich befasst, die von Timm Schmitz untersuchten Kunstgespräche im frühneuzeitlichen Frankreich sowie die okkulten Praktiken auf englischen Bühnen der Frühen Neuzeit, die Anthea Ziermann erforscht, lieferten dabei vielfältige fachübergreifende Anknüpfungspunkte.

Mit der Überleitung von Carina Reidick (Komparatistik) zur ‚media literacy‘ zeigte sich, wie sehr aktuelle Debatten um Medienkompetenz sich an Beobachtungen zum medialen Umbruch des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit anknüpfen lassen.

Nach der Podiumsdiskussion und dem Dank der DSG-Präsidentin Sybille Baumbach setzte sich der Austausch im Foyer des Schauspielhauses fort. Dort luden Projektposter aus den zwölf am GRK 2945 beteiligten Fachrichtungen zum weiteren Gespräch mit den Promovierenden ein.

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